Wie lege ich mein Geld in der Schuldenkrise an? Drucken E-Mail
Montag, den 07. November 2011 um 18:45 Uhr
Die aktuelle Marktsituation veranlasst alle Anleger über Ihre Geldanlage gründlich nachzudenken

Wie lege ich mein Geld in der Schuldenkrise an?

Eine Frage die sich viele zurzeit stellen.
Besonders in der letzten Woche wurden viele Anleger nervös.
Hier wurde deutlich wie hoch sensibel die aktuelle Situation ist. Die Börsen reagieren sofort, angetrieben der weltweit agierenden Software im Börsenhandel. Fundamentale Daten der Unternehmen zählen dann nur noch wenig. Der private Anleger kann dann meistens am Feierabend den fünf prozentigen Absturz im Fernsehen verfolgen. Deshalb sollten private Anleger den Aktienmarkt erst mal meiden oder die Positionen reduzieren. Hilfreich ist auch, wer sich mit technischen Ansätzen wie z.B. der großen Marktstrategie, Kursbüchern, "Stop Loss" Ordern auskennt. Das gleiche gilt auch für Investmentfonds und alle Derivate in diesem Sektor. Aber vor allem im Bereich der ETF's.

Festgeldkonto

Festgeldkonten werden bereits sehr häufig benutzt. Es bietet eine sichere Verzinsung zu einer bestimmten Laufzeit. Allerdings sollte die Laufzeit nicht zu lange sein. Ansonsten profitieren Sie nicht von steigenden Zinssätzen in der Zukunft. Das wird wahrscheinlich nicht unbedingt durch die EZB ausgelöst werden, sondern durch die Banken selbst, die einfach Geld brauchen.
Klar sollte jedem Anleger auch sein, dass mit Festgeld ein jährlicher Kaufkraftverlust seines Geldes stattfindet. Denn mit den aktuellen Zinsen decken Sie nicht die Inflation ab. Diese beträgt ohne Berücksichtigung des Warenkorbs, über 6% (Geldmenge - BIP). Hier geht es im Vordergrund um den reinen Kapitalerhalt. Der auch zuerst am Wichtigsten ist.

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen werden oft sehr unterschätzt. Sie bieten den Anlegern einen bestimmten Zinssatz für sein Geld. Der Zinssatz wird über einen Coupon zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgegeben. Wer die Anleihe nicht bis zum Schluss behalten will, kann diese am Markt handeln. Dann sind allerdings die Rentenkurse zu beachten. Steigen die Zinssätze für neue Papiere, fallen die Rentenkurse und umgekehrt.
Und natürlich sollten Sie auf die Bonität des Unternehmens achten. Je größer das Ausfallrisiko des Unternehmens, desto höher sind die Zinssätze.
Neben Unternehmensanleihen sind auch Wandelanleihen sehr interessant. Hier wird die Anleihe mit einer festen Zinszahlung am Ende der Laufzeit in Aktien des Unternehmens umgewandelt.

Staatsanleihen der neuen westlichen Welt

Eigentlich hätten Fondsmanager diese Anleihen vor einiger Zeit noch zu den Schwellenländern gezählt und das zu Recht. Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Fiskalpolitik der Länder wie Russland und China haben sich verbessert. Aber auch die Bonität von Peru, Panama, Kolumbien, Brasilien und Südafrika hat sich auf BBB- (Anleger erhalten mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Geld zurück)verbessert. Der kleine Inselstaat Indonesien will sogar bis 2025 in die Gruppe der zehn bedeutendsten Industrienationen aufsteigen. Bei einem Bruttoinlandsprodukt zwischen 6 und 8 Prozent jährlich ein nicht unmögliches Ziel.
Anhand dieser Geschehnisse auf der Welt sind Staatsanleihen dieser Länder sehr interessant und wahrscheinlich sicherer als die einiger europäischen Staaten. So erhalten Sie in Peru 2 bis 3 Prozentpunkte mehr als auf deutsche Staatspapiere.
Aber auch der Einstieg über Fonds ist sehr interessant. Der Zugang über Fonds bietet die Möglichkeit, direkt in die Obligationen der Länder in deren Währung einzusteigen. So erzielte der Fond Aberdeen Global-Emerging Markets Bond S eine Wertentwicklung der letzten drei Jahre von 102 Prozent. Aber auch andere Fonds in diesem Bereich, weisen sehr attraktive Renditen auf. In jedem Fall eine interessante Beimischung des Depots.

Gold

Der Goldpreis stagniert schon etwas länger. Ein kleinen Rutsch des Kurses hatten wir auch schon. Große Teile des Vermögens sollten nicht in Gold angelegt werden. Sie sind dann ausschließlich vom Kurs des Edelmetalls abhängig. Zinsen werden mit Gold nicht erwirtschaftet. Geht eine Welle des Verkaufs los, wird der Preisfall sehr schnell gehen.
Goldmünzen ohne Sammlerwert sind für Notfälle sehr gut geeignet.

Immobilien

Viele Berater werden Ihnen empfehlen eine fremdgenutzte Immobilie zu kaufen. Generell auch richtig, wenn davon ausgegangen wird, dass wir eine starke Inflation bekommen. Allerdings sind wir derzeit eher in einer Stagnation. Die EZB kann in der Schuldenkrise nicht übermäßig die Zinsen für Europa anheben. Damit wäre die Schuldenlast für Griechenland und Italien noch höher und sofort zu einem Staatsbankrott führen.
Vielmehr werden von Banken die Zinsen für diejenigen erhöht, die eine schlechte Bonität haben. Auch für fremdgenutzte Immobilien sind die Zinsen höher als für die Eigengenutzte. Ein weiterer Punkt ist, dass das Preisniveau zurzeit recht hoch ist. Sie steigen also nicht günstig ein. Außerdem sind Sie nicht beweglich, eben "immobil". Sollte es zu einer höheren Arbeitslosigkeit kommen, werden viele die Immobilie in Not verkaufen müssen. Damit fallen die Preise.
Wenn der Staat Geld braucht, holt er es sich bei denen, die nicht weglaufen können, wie eben Besitzer einer Immobilie. So wie jetzt in Griechenland es geschieht. Auch wurde in Deutschland in einigen Gemeinden schon die Grundsteuer um 50% erhöht. Im zweiten Weltkrieg wurde sogar eine Zwangshypothek eingeführt.
Kaufen Sie sich eine eigengenutzte Immobilie, sollte der Kapitaldienst an die Bank max. 30 Prozent Ihres Einkommens betragen. Rechnen Sie dabei nicht mit dem aktuellen Zinssatz der Bank, sondern mit 5 Prozent plus Tilgung.

Außerbörsliche Beteiligungen

Interessant sind außerbörsliche Beteiligungen an Unternehmen, auch geschlossene Fonds genannt. Sie unterliegen nicht direkt den Börsenschwankungen und bilden ebenfalls einen Sachwert. Die Rendite liegt zwischen 5 und 10 Prozent.
Dazu zählen Private Equity, Schiffsfonds, Wasserkraftwerke, Studentenwohnheime, Container Fonds, Solarfonds und vieles mehr. Wir bieten Ihnen auf unserer Homepage einen Fonds Finder zum Vergleich an.
Allerdings besteht ein höheres Risiko. Vor allem darin, dass Sie den Kapitalfluss nicht wie auf Ihrem eigenen Wertpapierkonto verfolgen können. Sie sind immer von Wirtschaftsprüfern etc. abhängig. Deshalb werden auch außerbörsliche Beteiligungen gerne als Königsdisziplin angesehen. In jedem Fall nur einen kleinen Teil investieren, streuen und nur für erfahrene Kapitalanleger.
Dann kann es allerdings eine sehr interessante Anlageklasse sein. Denn vielfach werden hier Beteiligungen angeboten, an denen sich der Anleger sonst nicht beteiligen kann.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. November 2011 um 14:45 Uhr
 

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